Weinfelden feiert mit Sandwich und launiger Rede

Die Bundesfeier der Stadt Weinfelden fand bei schönstem Wetter auf dem Marktplatz statt. Hunderte Besucherinnen und Besucher lauschten den Reden des Stadtpräsidenten Simon Wolfer und des Grossratspräsidenten Felix Meier.
Monika Wick

«I hätt no viu blöder ta» tönt es, gespielt vom Musikverein Weinfelden, über den Marktplatz. Auf die Idee, den Gedanken des Schweizer Rockmusiker Gölä, von dem das Lied stammt, zu folgen, kommt niemand. Auf dem Marktplatz, der von den Fahnen aller Kantone gesäumt ist, herrscht friedliche, aber dennoch ausgelassene Stimmung. Hunderte kleine und grosse Besucherinnen und Besucher sind zusammengekommen, um gemeinsam den
735. Geburtstag der Schweiz zu feiern. Viele haben eine Papiertüte vor sich, in dem sich der von der Stadt Weinfelden offerierte «1. August-Znüni» befindet, er besteht aus einem traditionellen 1.-August-Weggen und einem Sandwich.

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Reden und Gesang

Zur Tradition gehören auch die Reden, die vom Stadtpräsidenten und dem jeweils amtierenden Grossratspräsidenten gehalten werden. Den Auftakt macht der «Stapi», der den 1. August als den Tag sieht, an dem man innehalten und sich Gedanken machen soll, was die Schweiz ausmacht. Mit Blick auf eine fälschlicherweise doppelt vergebene Marktplatzbuchung sagte er: «Der Umgang mit Fehlern stärkt mitunter auch den Zusammenhalt.»

Für den 73-jährigen Grossratpräsidenten Felix Meier war es erst die zweite 1. August-Rede seines Lebens – rund 60 Jahre nach seiner ersten. «Hier eine Rede zu halten, fühlt sich an, wie ein Nachhausekommen nach langer Zeit», sagt Felix Meier, dessen Vater in Weinfelden die Schulbank drückte und dessen Mutter hier früher in einer Apotheke arbeitete. Anschliessend hielt er eine launige Rede über die 1. August-Reden. «Doch wollen Sie wirklich auch von mir hören – überschlagsmässig wurden in den vergangenen 120 Jahren so gegen 150’000 Reden zum 1. August gehalten – dass die Schweiz eine Willensnation sei, und sie auf dem Prinzip der Subsidiarität, Konkordanz und direkten Demokartie beruht?» Letztendlich machte sich Felix Meier Gedanken über Freiheit und Solidarität.

 

Wieviele Male des «Thurgauer Lied» und der Schweizerpsalm schon gesungen wurden ist nicht belegt – Dank der Weinfelderinnen und Weinfelder ist die Zahl nach der Bundesfeier aber um je eins gestiegen.

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