Simon Wolfer, Max Vögeli und Maja Läubli in Weerswilen, wo der Stiftungsgründer Emil Enz aufgewachsen ist.

Es gibt eine neue Stiftung zum Wohle von Weinfelden

Der in Weerswilen aufgewachsene und im Sommer 2024 in Weinfelden verstorbene Emil Enz hat verfügt, dass mit seinem Nachlass eine Stiftung gegründet wird. Er hat Max Vögeli beauftragt, seinen letzten Willen zu vollstrecken. Nun beginnt die Stiftung mit ihrer Tätigkeit.
Mario Testa

Emil Enz ist im Oktober 1936 zur Welt gekommen und als Einzelkind auf dem Bauernhof der Eltern in Weerswilen aufgewachsen. Später übernahm er den Hof, pflegte seine Eltern, verkaufte nach deren Ableben den Betrieb und das Landwirtschaftsland und zog nach Weinfelden. Er trat in seinem Leben kaum in der Öffentlichkeit in Erscheinung – umso mehr sorgt er nun nach seinem Tod für Aufmerksamkeit. Er hat verfügt, dass mit seinem Nachlassvermögen eine Stiftung gegründet wird und mit der Willensvollstreckung den ehemaligen Notar und damaligen Gemeindeammann Max Vögeli beauftragt.

 

«Die Stiftung unterstützt Projekte und Organisationen in Weinfelden mit Beiträgen. Sie soll aber auch eigene Aktivitäten entwickeln», sagt Max Vögeli. Schon vor über 20 Jahren hat Emil Enz testamentarisch eine Stiftung errichtet. Diese ist mit seinem Tod im Sommer 2024 rechtskräftig geworden. «Der amtierende Stadtpräsident soll die Stiftung präsidieren, so steht es in der Urkunde», erklärt Max Vögeli, welcher als Vizepräsident der Stiftung amtet. «Das Vermögen der Stiftung beläuft sich auf rund vier Millionen Franken, Geld also für einen längerfristigen Zeitraum.»

Werbung

Stiftungsrat ist breit aufgestellt

Nebst Stiftungspräsident Simon Wolfer und Vizepräsident Max Vögeli wirken fünf weitere Stiftungsräte mit. «Wir wollen uns möglichst breit aufstellen um Gesuche an die Stiftung von vielen Seiten zu erhalten», sagt Simon Wolfer. Im Stiftungsrat sind die Schulen durch Thomas Wieland, die Kirchen durch Felix Romann und die Bürgergemeinde durch Stefan Haffter vertreten. Dazu kommen Stadtrat Valentin Hasler und Ursi Senn-Bieri.

 

Der Stiftungsrat hat aus der Vorgabe von Emil Enz «Die Sitftung bezweckt, Projekte für die Jugend, Projekte für Seniorinnen und Senioren, die berufliche Aus- und Weiterbildung jeglicher Art, Projekte und Anlässe im sportlichen und kulturellen Bereich sowie Projekte zur Entwicklung der Gemeinde Weinfelden zu unterstützen. Die Stiftung verfolgt kein Erwerbszweck» nun den Zweck konkretisiert, wie Simon Wolfer sagt: «Der Zweck ist relativ offen formuliert – klar erkennbar ist der Bezug zu Weinfelden. Wir haben basierend darauf nun die Leitlinien für Gesuche definiert.» Von der Stiftung unterstützt werden öffentlich-rechtliche Körperschaften, Institutionen und Vereine mit Sitz in Weinfelden.

 

Antragsberechtigt sind Projekte und Anlässe, die in Weinfelden umgesetzt werden und stattfinden. Nicht unterstützt werden Einzelpersonen, Projekte, die Geld aus dem Kulturpool erhalten, Lager oder Reisen von Vereinen sowie Projekte ausserhalb der Stadt. «Eine klare Abrenzung ist wichtig. Die Stiftung soll nicht anderweitige, bestehende Förderungen ablösen. Sie soll viel eher Zusätzliches ermöglichen.»

Der Stifter Emil Enz

«Emil Enz war ein ruhiger, introvertierter und bescheidener Mann», sagt Maja Läubli. Sie kannte den Erblasser, wenn auch nur flüchtig, und hat sich nach dessen Tod im August 2024 an die Recherche über ihn und sein Wirken gemacht. «Ich hatte mit einigen Leuten in seinem Umfeld Kontakt und konnte mir ein gutes Bild von Emil Enz machen. Er war wortkarg und lebte zurückgezogen in seiner einfach eingerichteten Wohnung.»

Emil Enz
(25.10.1936 - 24.08.2024)

Emil Enz‘ gleichnamiger Vater kam 1928 aus Herisau nach Weerswilen und kaufte dort ein Bauerngewerbe. Er war sehr aktiv im Dorf, viele Jahre auch als Ortsvorsteher tätig. «Über den Vater liest man viel, der Sohn führte ein Leben ohne grosse Beachtung», sagt Maja Läubli.

Eigene Projekte starten an der Flora27

Nebst den Unterstützungsbeiträgen an die Gesuchstellerinnen und Gesuchsteller, über die der Stiftungsrat viermal pro Jahr entscheidet, will dieser auch eigene Projekte ermöglichen dank der Emil-Enz-Stiftung. «Das machen wir erstmals an der Flora27 im nächsten April, für die wir ein eigenes Rahmenprogramm entwickeln», sagt Max Vögeli. «Die Idee ist, dass jedes Jahr etwas mit der Stiftung umgesetzt wird.»

 

Bei der Emil-Enz-Stiftung handelt es sich um eine private Stiftung mit Domizil beim Stadtpräsidium. Der Stiftungsrat hat Maja Läubli als Geschäftsführerin eingesetzt. Eine Vereinbarung zwischen Stiftung und Stadt regelt die Geschäftsführung im Stadtpräsidium. Stadtpräsident Simon Wolfer freut sich über die neue Stiftung. «Es ist etwas Positives für Weinfelden, gerade weil sie Dinge ermöglicht, die sonst schwieriger zu finanzieren wären. Es ist sehr erfreulich, dass der Stifter sein Vermögen mit einer gewissen Offenheit der Öffentlichkeit zukommen lassen will.» Das Gesuchsformular und weitere Informationen gibt es auf der Website der Stiftung.

Weitere Artikel

Teilen

Facebook
Twitter
LinkedIn
WhatsApp
Email
Link kopieren