Der Landtausch zwischen der Stadt Weinfelden und der Schreinerei Kasper AG ist noch nicht in trockenen Tüchern. Das Stadtparlament hat das Geschäft zwar beschlossen, nun haben Marcel Preiss und Beatrice Marasco aber erfolgreich Unterschriften gegen diesen Entscheid gesammelt und so ein fakutaltives Referendum erzwungen.
Am 10. Juli überreichten die beiden die Unterschriften an Stadtschreiber Reto Marty. Nach Beglaubigung waren es 464 gültige Unterschriften, 400 sind nötig für das Zustandekommen des Referendums. Somit wird das Weinfelder Stimmvolk voraussichtlich Ende November darüber entscheiden, ob das Landgeschäft bewilligt wird oder nicht.
Ein schlechter Deal für die Stadt
Marcel Preiss und Beatrice Marasco stehen grundsätzlich hinter dem Landtausch, damit ein Gewerbe sich vergrössern und gleichzeitig die Stadt ein zentrales Grundstück kaufen und der Musikschule zur Verfügung stellen kann. Aus ihrer Sicht stimmen die Preise aber überhaupt nicht, weshalb sie den Parlamentsentscheid mit ihrem Referndum kippen wollen. Und wie Beatrice Marasco sagt, stiess sie mit ihren Argumenten auf offene Ohren bei der Unterschriftensammlung. «Am Wyfelder Fritig und im Public Viewing, ich fand überall Gelegenheit, um unser Anliegen darzulegen», sagt die Stadtratskandidatin. Mehrere Gründe gegen das Landgeschäft führt sie ins Feld.
«Ich bin gar nicht überzeugt von der Festlegung des Baulandpreises. Zudem fügt der Verzicht auf einen Baurechtszins über 99 Jahre der Stadt einen langfristigen Schaden zu.»
Beatrice Marasco, Stadtrats-Kandidatin GLP
Marcel Preiss fügt ein weiteres Argument an: «Stadtpräsident Simon Wolfer hätte als Parteikollege von Schreinerei-Inhaber Christian Kasper in den Ausstand treten sollen, die beiden kennen sich seit ihrer Kindheit. Wenn es bei einem Geschäft um soviel geht, muss man in den Ausstand treten. Wir im Parlament haben gezeigt, wie das geht.»Zudem sei auch die Zentrumslast ein wichtiges Thema. «Das Baurecht für die Musikschule, 99 Jahre gratis und franko unverzinst, da entfallen der Stadt ein paar Millionen Franken.»


