Die Freude bei Otto Brunner und Martin Soom ist gross. Die beiden Männer gehören neben Beat Feusi, Thomas Stoll und Otmar Kurath der Interessengemeinschaft (IG) «Feldhof mit Vernunft» an und haben sich an der Anwohnerversammlung vom 22. Juni zum Ziel gesetzt, bis zum Ende der öffentlichen Planauflage am 9. Juli 400 Unterschriften für ein Referendum gegen den «Gestaltungsplan Nr. 101 Feldhof West» zu sammeln. «Nun haben wir vier Mal mehr, als nötig gewesen wären. Wir haben selber nicht daran geglaubt, dass das möglich sein könnte», sagt Martin Soom bei der offiziellen Übergabe der Unterschriften an Stadtschreiber Reto Marty. Zum Zeitpunkt der Übergabe sind 1371 der Unterschriften beglaubigt.
Abstimmung nicht in sechs Monaten
«Das Referendumskomitee hat unter Hochdruck gearbeitet, um das Ziel zu erreichen», sagt Otto Brunner. Man habe Unterschriftenbögen gestaltet und, um Zeit und Kosten zu sparen, diese eigenhändig in die Briefkästen verteilt. «Danach folgte eine Achterbahn der Gefühle. Anfangs lief die Unterschriftensammlung sehr harzig, nahm aber dann doch noch Fahrt auf», sagt Martin Soom. Für viele Unterzeichnende sei die Schul- und Kindergartenweg-Sicherheit ein wesentliches Argument gewesen. «Unser Ziel ist es, langfristig für zukunftsfähige und sichere Verkehrslösungen zu kämpfen – nicht nur für das Feldhof-Areal, sondern für ganz Weinfelden», sagt Otto Brunner und verkündet, dass die Weinfelder Bevölkerung in rund sechs Monaten über den Gestaltungsplan abstimmen könne.
Dem widerspricht Reto Marty. «Hier besteht nicht die gleiche Ausgangslage wie bei einem Referendum. Dieser Vorgang basiert auf einer anderen rechtlichen Grundlage und unterliegt den Planungs- und Baugesetz des Kantons Thurgau», erklärt er und fügt an: «Die Bevölkerung muss sich bewusst sein, dass sie nicht in einem halben Jahr über die Vorlage befinden können.» Zuvor müssten auch noch allfällige Einsprachen abgehandelt werden.
«Der Stadtrat berät nach den Sommerferien, wie das weitere Vorgehen aussehen wird.»
Reto Marty, Stadtschreiber Weinfelden
Verkehr über Deucherstrasse
Die IG wird weiterhin für ihre Belange kämpfen. «Wir werden auch den rechtlichen Weg beschreiten», sagt Otto Brunner. Geplant ist, dass der Baustellenverkehr während der Bauphase über die Deucherstrasse gelenkt wird. «Wir fragen uns, weshalb es nachher nicht auch so sein kann, anstatt ihn durchs Blumenquartier zu leiten?», sagt er.


