Domenic Schneider mit seinem 100. Kranz, seiner Frau Olivia und ihren Töchtern Elina, Leonie und Nina. Bild: Kirsten Oertle

«Ich bin am Geniessen im Herbst meiner Karriere»

Erst als dritter Thurgauer hat Domenic Schneider am Weissenstein Schwinget vom 11. Juli die Marke von 100 Kränzen geknackt. Eine grosse Freude für den Bauern und Familienmann aus Friltschen.
Mario Testa

Wie hast du das Fest erlebt, das dir und deinem 100. Kranz zu Ehren auf deinem Hof gefeiert wurde?

Das war mega schön. Es hat mich sehr gefreut, dass mein Bruder und seine Kollegen nur für mich so ein grosses Fest auf die Beine gestellt haben. Es kamen sehr viele Freunde, Bekannte und Fans – und für einen Dienstagabend haben wir also lange in die Nacht hinein gefeiert. 

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Dein 100. Kranz hat viel Beachtung gefunden in Schwingerkreisen und auch in den Medien.

Das stimmt. So viele Leute freuen sich mit mir, das ist einfach schön. Auch am Weissenstein Schwinget habe ich gemerkt, dass das OK und die Nordwestschweizer Schwinger richtig Freude hatten, dass ich den Kranz holen konnte. Das waren einmalige Momente – mit meinen Kindern, die mir den Kranz gebracht haben, dem Jubel des Publikums. Nick Alpiger hat gesagt, so etwas Schönes habe er im Schwingen noch nie erlebt.

Was bedeutet dir der 100. Kranz?

Ein grosses Ziel, das ich mir zu Beginn meiner Aktivzeit gesetzt habe, habe ich nun erreicht. Ich bin glücklich aber auch froh, habe ich diese Zahl jetzt aus dem Kopf geschafft. Die ganze Saison haben alle davon gesprochen, es war  fast mühsam.

Bekommt der goldene Kranz einen speziellen Platz in deiner grossen Sammlung?

Noch hängt er in der Reihe bei den anderen. Aber ich bekomme noch die Schwingerhosen vom Weissenstein und dann soll beides zusammen einen speziellen Platz kriegen – wenn unsere kleinste Tochter Nina nicht mehr daran rumzehren will.

Was bedeutet dir deine Familie?

Viel. Sie ist mein Rückhalt, bei ihnen kann ich sein, wie ich bin.

Wieviel Zeit verbringst du mit ihnen?

Meine Frau und die Mädchen müssen am Abend schon viel auf mich verzichten. Aber dadurch, dass ich Bauer bin, bin ich doch viel da für sie. Am Morgen, Mittag und nachts.

Spürst du Unterstützung beim Schwingen von deiner Familie?

Ich denke schon. Es ist ihnen nicht so wichtig, wie gut ich bin, Hauptsache, sie erleben das Schwingfest-Feeling. Aber natürlich haben sie schon Freude, wenn ich gewinne.

Welches Ziele im Schwingen hast du noch für dieses Jahr?

«Schwägalp» und «Kilchberg». Ich will nochmals zwei schöne Schwingfeste zeigen, auf der Schwägalp den Kranz machen und am Kilchberger möglichst lange vorne mitkämpfen. Für den Sieg wird es da schon schwierig, aber man weiss ja nie.

Und wie geht's danach weiter?

Ich würde schon gerne mal ein Teilverbandsfest oder ein Bergfest gewinnen. Das fehlt beides noch in meinem Palmarès. Ich stand an solchen Festen schon oft im Schlussgang, konnte aber noch nie gewinnen. Aber ich kann auch gut und zufrieden eines Tages aufhören, wenn es dabei bleibt. Wenn ich gesund sein darf, ist das Ziel schon, am Eidgenössische 2028 noch dabei zu sein. Ich bin am Geniessen im Herbst meiner Karriere.

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