Als Janus Tomaselli am 1. Juli den letzten WAZ aus seinem Briefkasten zog, erfreute er sich am Titelbild, das badende Menschen im Farbbrunnen an der Frauenfelderstrasse zeigt. Gleichzeitig störte er sich daran, dass das im Brunnen, der sich auf dem Areal des Schulareals Pestalozzi befindet, während der Schulferienzeit nicht möglich ist. «Ein Brunnen sollte in Betrieb sein, ansonsten hat er seinen Zweck verfehlt», sagt der Weinfelder.
In der gleichen Ausgabe des WAZ waren die Ergebnisse der Bevölkerungsumfrage «Attraktiver Marktplatz – aber wie?» zu lesen. Neben etlichen anderen Vorschlägen wurde da auch der Wunsch nach Wasser-elementen laut. «Wieso nutzt man nicht das, was sowieso schon vorhanden ist», fragt sich Janus Tomaselli.
Brunnen mit Umwälzpumpe
Mit der Schulbehörde ist Janus Tomaselli wegen des Themas schon seit rund zwei Jahren in Kontakt. Diese hat ihm im letzten Mai schriftlich mitgeteilt, dass der Brunnen in den letzten Jahren ausser Betrieb genommen wurde, um Ressourcen zu schonen und Betriebskosten zu optimieren. Diese Antwort befriedigt Janus Tomaselli nicht. «Der Pestalozzi-Brunnen wurde als einziger mit einer Umwälzpumpe konzipiert, sodass sich der Wasserverbrauch minimiert», erklärt er und fügt an: «Natürlich muss das Wasser ein paar Mal ausgewechselt werden, aber es könnte vom Werkhof abgepumpt und zum Giessen der Pflanzen im Stadtgebiet verwendet werden.»
Im gleichen Schreiben teilte die Schulbehörde mit, dass der Brunnen zukünftig von mindestens Mitte April bis Ende Oktober in Betrieb sein werde. «Und nun ist er wieder leer», beklagt Tomaselli. Die Plastik auf dem Brunnen stammt von Folco Natale Tomaselli, dem Vater von Janus Tomaselli, und trägt den Namen des Philosophen «Heraklit». «Von ihm stammt der Satz ‹Panta rhei›, was heisst ‹Alles fliesst› – nur in Weinfelden fliesst es offensichtlich nicht.»
Schule will Algenbildung verhindern
Schulpräsident Thomas Wieland bestätigt auf Anfrage, dass die Schulbehörde den Brunnen grundsätzlich von April bis Oktober in Betrieb halten will, also auch in den Sommerferien. Dass der Brunnen dennoch in diesem Sommer trocken liegt, habe mit der Hitze und Trockenheit zu tun. «Aufgrund der Ausnahmesituation mit Dürre und Trockenheit schon anfangs der Sommerferien, haben wir beschlossen, den Brunnen im Sommer nicht zu befüllen», sagt Wieland. «Keine Regel ohne Ausnahme. Ich erachte es als ein Vernunftsentscheid.» Weil es sich nicht um einen Frischwasserbrunnen handle hätte das Wasser etwa dreimal ausgetauscht werden müssen über die Ferien, was 33 Kubikmetern Wasser entspricht. «Ansonsten würde sich das Wasser schnell aufwärmen und es kommt zu Algenbildung, wie auf der Thur. Das wollen wir nicht.» Auf den Schulstart hin wird der Brunnen nun wieder befüllt.


