Winzer Johannes Meier vom Schlossgut Bachtobel freut beim Wümmet im Rebberg.

Gute Prognose für die Winzer am Ottenberg trotz Hagel

Der Wümmet am Ottenberg ist in vollem Gange. Die hervorragende Bilanz vom Rebumgang vor zwei Wochen wurde in der Zwischenzeit getrübt durch den Hagelschlag vom vergangenen Freitag. Trotzdem versprechen die Trauben einen üppigen und sehr guten Jahrgang.
Mario Testa und Monika Wick

In den vergangenen Sommermonaten ächzte die Schweiz unter der enormen Hitze und dem fehlenden Regen. Nicht so die Weinfelder Winzer. Ihnen beschert der Rekordsommer eine reiche Ernte. «Das Rebjahr wird uns lange positiv in Erinnerung bleiben – es war heiss und sonnenreich», bestätigt den auch Martin Wolfer vom gleichnamigen Weingut. Obwohl er wisse, dass Reben heisses und trockenes Wetter dem kühlen und feuchten vorziehen, sei er dennoch erstaunt gewesen, wie lange sie den extremen Bedingungen stand gehalten haben. «Im letzten Jahr mussten wir wegen des vielen Regens um die Ernte bangen, in diesem Jahr ist es das komplette Gegenteil», erklärt er. 

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Frühester Erntebeginn in der Geschichte

Auch Michi Burkhart, auf dessen Erlebnisweingut der diesjährige Reb-umgang stattfindet, findet nur lobende Worte für das aktuelle Rebjahr. «Der Pflanzenschutz war aufgrund der Wetterbedingungen vernachlässigbar, sodass genug Zeit blieb um die Jungreben gezielt zu wässern», erklärt er. Am 18., respektive 24. August, haben die Winzer bereits mit der Ernte begonnen. «So früh wie noch nie», betonen sie. Ganz überraschend sei das aber nicht. «Bereits bei der Blüte lässt sich einschätzen, wann mit der Ernte begonnen werden kann», sagt Martin Wolfer und fügt an: «So können wir auch unsere Erntehelferinnen und -helfer frühzeitig informieren.»

Winzer Michi Burkhart, Rebbaukommissions-Präsident Valentin Hasler, Winzer Martin Wolfer und Wirt Reto Lüchinger.

Früher diente der Rebumgang zur verbindlichen Festlegung des Erntestarts für alle Winzer. «Heute ist das nicht mehr so, jeder Winzer entscheidet selber, wann er mit der ‹Wümmet› beginnt. Der Rebumgang dient heute zur Standortbestimmung für Winzer und die Gastronomie», sagt er. Als Vertreter der Weinfelder Gastronomie ist Reto Lüchinger vom Gasthof Eisenbahn anwesend. «Wir freuen uns jedes Jahr auf die neuen Weine, die wir unseren Gästen servieren dürfen», sagt er.

 

Bis sie den 2026er-Jahrgang geniessen dürfen, wird noch einige Zeit dauern. Erst müssen die Winzer wegen des Zuckergehaltes und der physiologischen Reife, die Auswirkung auf den Geschmack hat, den optimalen Zeitpunkt und das optimale Tempo zur Lese finden. «Aktuell verfügen wir aber über gute Vorausetzungen und rechnen nicht mit Fäulnis», sagte Martin Wolfer noch am Rebumgang.

Hagel trübt die Bilanz etwas

Zwischenzeitlich hat sich diese perfekte Prognose ein wenig eingetrübt. Der Hagel vom vergangenen Freitag hat auch die Winzer am Ottenberg getroffen. «Er hat sicher einen Teil der Trauben getroffen, vielleicht 10 bis 15 Prozent», sagt Martin Wolfer auf Nachfrage. «Die Frage ist, was mit den angeschlagenen Trauben passiert. Entweder trocknen sie ein oder sie beginnen zu faulen – die Fäulnis darf nicht auf die gesunden Trauben übergreifen. Im Endeffekt bedeute der Hagel nun vor allem etwas mehr Aufwand beim Wümmet. «Wir sind mit einem blauen Auge davon gekommen und stehen ohnehin kurz vor dem Ziel.»

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