Ein Finanzplan ist ein Novum für die Katholische Kirchgemeinde Weinfelden. Weil sie wegen neuer Regulatorien aber gefordert wird, wagt Finanzchef Martin Lüthy den Blick in die finanzielle Zukunft. «In den kommenden Jahren rechnen wir mit einem Resultat von plus/minus Null. Wir sehen deshalb keinen Bedarf an einer Anpassung des Steuerfusses», fasst Lüthy zusammen. Die Ausgaben für das Personal dürften weiterhin steigen, nicht so jedoch die Ausgaben im Bereich Liegenschaften, wo die grössten Investitionen in der jüngeren Vergangenheit bereits getätigt wurden. Bei den Mitgliedern geht der Kirchgemeinderat von stabilen Zahlen aus, da die Quote der Katholiken in Weinfelden zwar sinkt, vom Bevölkerungswachstum jedoch ausgeglichen werde.
«Nach zwei Jahren mit Defiziten können wir nun wieder einen Gewinn verbuchen.»
Martin Lüthy, Verwalter
Steuereinnahmen verhelfen zum Gewinn
Zurück in der Gegenwart erläutert Martin Lüthy die Rechnung der Kirchgemeinde. Sie schliesst über 100’000 Franken besser ab, als budgetiert. Bei einem Aufwand von 2,31 Millionen Franken resultiert ein Überschuss von knapp 35’000 Franken. Zu verdanken ist dieses Plus vor allem mehr Steuereinnahmen von juristischen Personen. Den Gewinn will der Kirchgemeinderat als Einlage in die Erneuerungfonds verwenden, da im Aussenbereich des Pfarreizentrums in den kommenden Jahren grössere Investitionen an der Arena und dem Spielplatz anstehen.
Einen grossen Part der Versammlung nehmen die Informationen von Präsident Roger Häfner zu personellen Veränderungen in der Kirchgemeinde ein. Aus dem Kirchgemeinderat verabschiedet er Martin Beck, der 15 Jahre lang das Ressort Liegenschaften betreut hat. «Wir haben von deiner Sachkenntnis enorm profitiert. Ich habe mich immer grossartig beraten gefühlt von Martin. Das hat uns geholfen, vorauszuschauen und zu planen», sagt Roger Häfner. Er verabschiedet und verdankt auch Ursi Helg, die neun Jahre im Vorstand als Aktuarin mitwirkte. «Du hast es geschafft, immer das Wesentliche nachvollziehbar festzuhalten. Das hilft enorm bei der Behördentätigkeit. Und wir haben immer gespürt, du bist tief verbunden mit dem, für das wir uns einsetzen.» Verdankt und verabschiedet wird an diesem Abend auch Katechetin Judith Geyer sowie Adelheid Drucker und Daniel Manser aus dem Wahlbüro.
55-jähriges Priesterjubiläum für Theo Scherrer
Am Sonntag, 21. Juni, steht ein feierlicher Gottesdienst an, an dem die Katholische Kirchgemeinde mit Theo Scherer feiern will. Er begeht dann sein 55-jähriges Priesterjubiläum.
Kirchgemeindepräsident Roger Häfner informiert an der Versammlung auch über den laufenden Prozess «Dual kongruent». Dabei geht darum, dass der Pastoralraum Thurgau Mitte und der Pastoralraum Bischofsberg mögliches Potenzial für Synergien ausloten. «Wir wollen nicht mit den Strukturen beginnen, sondern mit der Frage, was uns wichtig ist, wie unser kirchliches Leben aussehen soll, welche Inhalte wir uns wünschen», sagt Häfner. Deshalb ist nun als erstes die Arbeitsgruppe kirchliches Leben an der Arbeit und erst später folgen dann Arbeitsgruppen in den Bereichen Strukturen und Personal. Am 10. November wird über den Fortschritt des Prozesses informiert.
Der Pfarreirat stellt sich vor
Seit drei Jahren verfügt Katholisch Weinfelden über einen Pfarreirat. Anschliessend an die Kirchgemeindeversammlung fand auch gleich die Versammlung dieses Pfarreirats statt. Die einzelnen Mitglieder stellten sich und die Arbeit des Rats vor. «Wir treffen uns zu fünf Sitzungen pro Jahr, besprechen die verschiedensten Themen. Man spürt die Lebendige Pfarrei, die wir haben», sagt Irene Eschenmoser, Co-Leiterin des Pfarreirats. «Wir spüren auch, dass wir immer bekannter werden. Da kommen Leute auf uns zu und bringen sich ein, so soll es auch sein.»


