«Die Überbauung wird sowieso Einfluss nehmen auf unser Quartier – die Frage ist nur – wieviel», sagt Beat Feusi an der Anwohnerversammlung, zu der die IG «Feldhof mit Vernunft» am 22. Juni eingeladen hat. Damit spricht er den Umstand an, dass das Feldhofareal nach dem Willen der Stadt über das «Blumenquartier», bestehend aus Nelken- und Florastrasse, erschlossen werden soll. «Es geht uns nicht um die Gestaltung des neuen Quartiers, sondern um die Verkehrsführung und die Sicherheit», betont Beat Feusi, der sich gemeinsam mit Otto Brunner, Martin Soom, Thomas Stoll und Otmar Kurath gegen den «Gestaltungsplan Nr. 101 Feldhof West» wehrt, der den Bau von 90 Wohneinheiten in zehn Mehrfamilienhäusern beinhaltet.
«Es geht uns nicht um die Gestaltung des neuen Quartiers, sondern um die Verkehrsführung und die Sicherheit.»
Beat Feusi von der Interessengemeinschaft "Feldhof mit Vernunft"
Das Thema beschäftigt auch viele Bewohnerinnen und Bewohner. Rund 50 von ihnen folgten der spontanen Einladung zur Anwohnerversammlung in die Aula des Bildungszentrums für Gesundheit und Soziales. «Alles war sehr, sehr kurzfristig, wir haben nicht viel Zeit zu reagieren», sagt Beat Feusi. Nachdem die IG Mitte Dezember im Rahmen der Mitwirkung ihre Stellungnahme an die Stadt übergeben hat, erfolgte am 12. Juni die für die IG unbefriedigende Rückmeldung. «Die Stadt hat eine Studie in Auftrag gegeben, um die Eignung der Quartierstrasse zu bestätigen. Dazu will sie an der geplanten Strassenverbindung ein Trottoir bauen», erklärt Beat Feusi und fügt an: «Die Stadt hat bisher versäumt, der angrenzenden Quartierbevölkerung plausibel darzulegen, weshalb die Verkehrführung über das Quartier geleitet werden soll, wenn davon auszugehen ist, dass der Hauptverkehr sowieso an die Deucherstrasse gelangen will.» Was die IG zudem bemängelt ist das Tempo, das die Stadt an den Tag legt. «Die öffentliche Planauflage läuft bereits seit dem 19. Juni und dauert nur noch bis zum 9. Juli. Wer jetzt keine Einsprache macht oder diese zu spät einreicht, riskiert, später nicht mehr mitwirken zu können», sagt Beat Feusi.
Einsprachen und Referendum
Die IG macht an diesem Abend direkt Nägel mit Köpfen und legt den Anwesenden ans Herz von ihrem Recht Gebrauch zu machen. «Wir stellen euch ein Musterdokument zur Einsprache zur Verfügung», sagt Beat Feusi. Im Weiteren lanciert die IG eine Unterschriftensammlung. Sollte es gelingen, bis zum 9. Juli 400 volljährige Weinfelderinnen und Weinfelder dazu zu bewegen, die ihre Unterstützung per Signatur kundtun, müsste an der Urne über den Gestaltungsplan befunden werden. Für ihr Anliegen ist die IG sogar bereit bis vors Bundesgericht zu ziehen. «Dafür sind Kosten von bis zu 100’000 Franken zu erwarten. Zudem ist die Bildung einer einfachen Gesellschaft nötig, da dies die einfachste, rechtliche Form einer Interessensgruppe mit finanziellen Verpflichtungen ist», erklärt Beat Feusi. Finanzierbar wäre das Vorgehen, wenn sich 50 Personen mit je 2000 Franken beteiligen. «Vorerst soll aber unser voller Fokus auf den Einsprachen liegen. Bis zum 9. Juli bleibt nicht mehr viel Zeit», betont Beat Feusi.


