Es ist kurz vor elf Uhr. Im Minutentakt fahren Autos zu einem Seiteneingang des Alterszentrums Weinfelden (AZW). Die Fahrerinnen und Fahrer, in diesem Fall Werner und Helena Tobler, Elisabeth und Ruedi Wieser sowie Brigitte Reischmann und Fritz Hofer, machen sich bereit, für den Mahlzeitendienst des Gemeinnützigen Frauenvereins Weinfelden Essen aus der Küche des AZW an die Bezügerinnen und Bezüger auszuliefern. «Wir machen das seit zwölf Jahren», sagt das Ehepaar Wieser und fügt an: «Wir erachten das als sinnvolle Beschäftigung. Gleichzeitig gibt es uns selber eine Tagesstruktur.»
«Wir erachten die Mithilfe im Mahlzeitendienst als sinnvolle Beschäftigung. Gleichzeitig gibt es uns selber eine Tagesstruktur.»
Elisabeth und Ruedi Wieser vom Mahlzeitendienst des Gemeinnützigen Vereins Weinfelden
Helferinnen und Helfer gesucht
Rund 70 Personen engagieren sich aktuell während 365 Tagen für den Mahlzeitendienst. So kommt jedes Team rund zwei bis drei Mal pro Monat zum Einsatz. «Die Zahl der Helfenden nimmt aktuell eher ab», sagt Charly Bruni, Kassier des Gemeinnützigen Vereins. «Zudem kommt es aus gesundheitlichen Gründen auch immer wieder zu längeren Absenzen bei den Helfenden.» Um den Mahlzeitendienst trotzdem weiterhin Aufrecht erhalten zu können, ist der Gemeinnützige Verein laufend auf der Suche nach neuen Interessenten für diese Aufgabe. Pro Einsatz erhalten sie acht Franken. «Zudem gibt es jeweils im Februar ein Treffen», sagt Charly Bruni. 2027 feiert der Mahlzeitendienst sein 50-jähriges Bestehen mit einem Ausflug und einem Nachtessen für alle Helfenden.
Sinnvolle Tätigkeit
Helena und Werner Tobler gehören relativ neu zum Team des Mahlzeitendienstes. «Seit meiner Pensionierung kann ich die Zeit dafür gut aufbringen. Es ist eine sinnvolle Tätigkeit, die der Allgemeinheit dient», sagt Werner Tobler. Gleicher Meinung ist Helena Tobler. «Meine Mutter war Nutzniesserin des Angebots, und wer weiss, vielleicht sind wir später auch einmal froh darum», sagt sie. Das dritte Team, dass an diesem Tag unterwegs ist, besteht aus Brigitte Reischmann und Fritz Hofer. «Der Mahlzeitendienst ist eine gute Sache, die es uns ebenfalls ermöglicht, unter die Leute zu kommen», sagen sie. Der zwischenmenschliche Kontakt sei keinesfalls zu unterschätzen. «Oftmals sind wir die Einzigen, die Bezügerinnen und Bezüger zu Gesicht bekommen.»
Kontakt: 078 827 40 75 (Monika Wittwer)


