«Die Verbindung von einem Mensch zu seinem Tier kann sehr stark sein, manchmal sogar stärker als zu anderen Menschen», sagt Peter Jenny. Das habe er in den über 20 Jahren, in denen er nun schon als Bestatter tätig ist, immer wieder erfahren. Ihm sei es deshalb auch immer wichtig, dass Tiere Abschied von ihren Herrchen und Frauchen nehmen dürfen. Häufig würde Hunde weggesperrt, wenn er zur Einbettung erscheine. «Dann sage ich jeweils, man soll den Hund ruhig bringen, er muss auch Abschied nehmen können. Ich lasse den Hund dann die Hand oder den Backen der Verstorbenen abschlecken. Das ist eindrücklich für die Leute.» Er sei daraufhin einmal gefragt worden, ob er denn das auch umgekehrt anbiete. «Das war der Anfang für die Tierbestattung, welche wir Anfangs 2026 begonnen haben.»
Jennys bietet seither als einzige in der Schweiz Bestattungsdienstleistungen für Menschen und Tiere an. Den Ausschlag für die Tierbestattungen gab auch ihre eigene Erfahrung, als Jennys ihren Hund Fränzi einschläfern mussten. «Die Tierärztin hat es wunderbar gemacht, aber es fehlte einfach ein ganz wichtiger Bereich. All das, was bei einer Bestattung eines Menschen auch zählt», sagt Petra Jenny. «Wir arbeiten mit Menschen so, wie wir es auch für uns wünschen, dass mann mit uns umgeht. Und nun bieten wir das auch für Tiere an.»
Vom Meerschwein bis zum Pferd
Kein Tier ist dabei zu klein oder zu gross, um nicht würdevoll bestattet zu werden. Ganz nach Peter Jennys Motto «Geht nicht, gibt’s nicht» hat er sich sofort an die technische Umsetzung gemacht. Während es bei Nagern, Katzen oder Hunden logistisch keine grosse Herausforderung ist, diese zu tansportieren, ist sie das bei Pferden sehr wohl. Er hat einen grossen Transporter so ausgestattet, dass er mit einem Kran das Tier anheben, einladen und transportieren kann. «So können die Besitzer auch in diesem Moment dabei sein. Ansonsten werden die Tiere einfach mit der Seilwinde in ein Fahrzeug geschleift, das ist meinr Ansicht nach einfach keine würdige Lösung und ein schlimmer Anblick für die Besitzer.»
Mit den Tieren im Wagen geht es dann ins Krematorium. «Wir sind die einzigen Bestatter in der Schweiz, welche vom Veterinäramt die Bewilligung haben um tote Tiere von A nach B zu transportieren. Da gibt es strenge Auflagen und Kontrollen», sagt Peter Jenny. «Wir arbeiten mit den Krematorien zusammen, konkurrieren sie nicht. Wir wirken einfach davor und danach, um den Besitzern die Arbeit abzunehmen und ihnen die nötige Zeit und den würdigen Rahmen zu geben, um sich von ihren Tieren zu verabschieden.»
Die letzte Ruhe im Wald
Ein besonderer Ort für Bestattungen bietet der Ruhewald in Steckborn. Dort finden Menschen und Tiere unter hohen Bäumen ihre letzte Ruhestätte. Und hier ist auch alles möglich, um den Abschied so zu gestalten, wie es die Leute möchten. «Da gibt es auch mal einen Apéro vor der Beisetzung und Grillieren danach. Oder die Leute bringen die Verstorbenen mit einem speziellen Auto, auf dem Töff oder auf einem Tier. Hier darf alles so sein, wie es die Leute möchten», sagt Peter Jenny. «In eine Kirche darf man keine Tiere mitnehmen. In einem Ruhewald ist das möglich. Es hat alles Platz.» Deshalb sind Jennys auch auf der Suche nach weiteren Bürgergemeinden, welche in ihren Wäldern Flächen für einen Ruhewald einrichten möchten.
Etwas vom Wichtigsten bei der Bestattung und Trauerbegleitung ist für Petra Jenny der Faktor Zeit. «Wir geben den Menschen Zeit und wir nehmen uns Zeit, das ist ganz wichtig», sagt sie. Sie bietet in ihren Begleitungen die ganze Palette von lösenden Klangreisen und Lachjoga bis zur Lebensfeier. Ganz nach ihrem Leitsatz: «S Läbe läbe.»
Ppunkt Jenny ist an der WEGA
Mit ihren Bestattungsdienstleistungen für Menschen und Tiere präsentiert sich das Familienunternehmen Ppunkt Jenny auch an der WEGA. In der Gwerbler-Halle 11 sind sie mit einem Stand vertreten. «Wir wollen die ganze Firma zeigen, aber hauptsächlich geht es um Tierbestattung», sagt Petra Jenny. Spezielle Urnen für die Asche von Tieren, Schmuck oder Figuren werden am Stand ebenso zu sehen sein, wie spezielle Särge für Menschen.
Dazu präsentieren Jennys ihre gesamte Palette an Dienstleistungen und die Möglichkeiten der Bestattungen und Trauerbegleitung. Peter und Petra Jenny werden bei ihrem ersten Messeauftritt in Weinfelden unterstützt von ihren Kindern Ramon, Jennifer und Livia.Am Sonntag ist auch Humanpreparateurin Sandra Aguilar vor Ort und informiert die Passanten über ihre Tätigkeit und ihre Firma «Das Antlitz».
Gwerbler-Halle 11, Stand 15


