Felix Hotz, nach 18 Jahren gehen sie als Präsident des Vereins Sonnenburg in Pension. Wie fühlen Sie sich?
Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Es erfüllt mich mit stolz, der «Sonnenburg» vorgestanden und sie solide durch die Zeit geführt zu haben. Zudem freut es mich, dass wir zahlreichen Bewohnenden ein Zuhause bieten konnten.
Inwiefern hat sich die Institution im Laufe ihrer Präsidialzeit verändert?
Grosse Veränderungen gab es nicht. Diese waren aber auch nicht gewünscht. Die Bewohnenden der «Sonnenburg» schätzen die Kontiunität und die Beibehaltung von bewährten Strukturen. Grundsätzlich lässt sich aber sagen, dass die Bewohnenden im Laufe der Zeit mit immer grösser werdenden physischen und psychischen Problemen zu kämpfen haben.
Was konnten Sie in ihrer Amtszeit bewegen?
Das war sicher der Neubau, den wir 2010 einweihen konnten. Geplant waren damals vier eigenständige Wohngruppen mit eigenen Küchen. Das war eine Veränderung, die bei den Bewohnenden keinen Anklang fand. So sind wir zum bewährten System mit der Kantine zurückgekehrt.
Gibt es etwas, was Sie nicht ins Ziel bringen konnten?
Ich hätte gerne erreicht, dass die Schreinerei und die Werkstatt besser genutzt würde. Leider ist das mit dem Gesundheitszustand der Bewohnenden nicht möglich. Wir müssen uns den Tatsachen stellen und mit diesen umgehen.
Was wünschen Sie der «Sonnenburg» für die Zukunft?
In erster Linie sind das gesicherte finanzielle Verhältnisse. Unsere Betriebsrechnung von 3,2 Millionen Franken wird etwa zur Hälfte durch die IV und den Kanton finanziert. Wir haben einen Leistungsauftrag mit dem Sozialamt und übernehmen diese Aufgabe für den Kanton. Die gesetzliche Grundlage ist neu in Kraft, die Verordnung in der Vernehmlassung. Dass wir vom Kanton weniger Geld erhalten sollen, bereitet uns grosse Sorgen. Der Vorstand setzt sich aber sehr zum Wohl der Bewohnenden ein. Zudem wünsche ich der «Sonnenburg» immer genügend motiviertes Personal.
Können Sie schon verraten, wer in ihre Fussstapfen treten wird?
Ja, das kann ich. Mein Nachfolger wird der Stadtparlamentarier Markus Schönholzer. Er arbeitet schon seit einem Jahr im Vorstand mit und konnte sich in dieser Zeit einen guten Überblick verschaffen.
Zu guter Letzt – welche Pläne haben Sie für die frei werdende Zeit?
Mein Wunsch ist es, vermehrt kulturelle Reisen zu unternehmen und diese zu planen, wie es meiner Frau und mir passt. Bisher habe ich diese um die Vorstandssitzungen herum geplant.


