Dave Siddiqui bei den Baustellen, wo die Küche, die Tagesstruktur für Erwachsene und Verwaltungsräume entstehen.

Die Stiftung «Vivala» investiert in die Zukunft

Die Stiftung Vivala rüstet sich mit Neu- und Umbauten für die Zukunft. Aktuell entstehen zwei Gebäude, eines für die Küche und den Esssaal, das zweite für eine attraktive Tagesstruktur für Erwachsene sowie zweckdienliche Verwaltungsräume.
Monika Wick

Auf dem Areal der Stiftung Vivala, das sich am östlichen Stadtrand von Weinfelden befindet, herrscht reges Treiben. Hinter den weissen Absperrungen, die mit bunten Graffitis verziert sind, wird fleissig betoniert. Heute ist der Geräuschpegel erträglich. «Zuvor, bei den Abbrucharbeiten, waren die Vibrationen durch das ganze Haus zu spüren, was mitunter sehr belastend war», sagt Dave Siddiqui, Geschäftsleiter der Stiftung Vivala. Andererseits sei es für ihn, aber auch die Menschen, die im «Vivala» ein- und ausgehen, spannend zu sehen, was auf der Baustelle entsteht. Gerade sind Arbeiter damit beschäftigt, das Untergeschoss des Gebäudes zu erstellen, das in rund einem Jahr Platz bietet für eine zeitgemässe Tagesstruktur für Erwachsene sowie die Verwaltungsräume. Das Untergeschoss des Hauses mit Küche und Mehrzwecksaal ist bereits fertig. 

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«Die Anlage läuft zu unserer vollsten Zufriedenheit und senkt die Energiekosten»

Grundstein 2019 gelegt

Gebaut wird auf dem Gelände der «Vivala» seit rund sieben Jahren. Den Auftakt machten die Neubauten mit Wohngruppen für Erwachsene, im Jahr 2021 das Haus A und zwei Jahre später das Haus B. Nach dem Haus C, für Kinder und Jugendliche (2023 bis 2024) werden nun die restlichen Bauten der Stiftung Vivala erneuert. «Dies geschieht unter Berücksichtigung des Bedarfs an zusätzlichen Schulplätzen», erklärt Dave Siddiqui. Dieser ist so gross, dass die Stiftung Vivala an der Amriswilerstrasse in Weinfelden eine Schulraumerweiterung realisierte. «Es war spannend zu sehen, wie aus einem Industriegebäude Schulraum entstehen kann», sagt Dave Siddiqui.

 

Aktuell werden um die 110 Kinder im «Vivala» beschult. 30 von ihnen leben unter der Woche in der Stiftung. «In den letzten sechs Jahren haben sich die Schülerzahlen verdoppelt, heute führt die Stiftung Vivala 17 Klassen», sagt Dave Siddiqui. Die Kinder und Jugendlichen werden während der Bauphase in einem Provisorium in Müllheim unterrichtet, bevor sie 2029 ihre neuen Klassenzimmer beziehen können.

 

«Unsere Anlage ist bereits 50 Jahre alt und genügt nicht mehr den heutigen Standarts», sagt Dave Siddiqui und fügt an: «Der neue Schultrakt wird zweckmässig sein, aber nicht vergoldet.» Vom «Mutterhaus», in dem die neue Schule entsteht, soll soviel wie möglich bestehen bleiben. Um den Platzbedürfnissen gerecht werden, entstehen auch im Bereich des Untergeschosses Schulräume. «Wir denken nach vorne, bauen aber nicht auf Vorrat», sagt Dave Siddiqui. Die bestehende Tiefgarage fiel Einsparungen und der Verdichtung zum Opfer. Zukünftig verfügt das «Vivala» nur noch über Aussenparkplätze. «Von aussen scheint es so, dass das sehr viele sind. Tatsächlich ist es aber die Mindestmenge, die der Gesetzgeber vorschreibt», erklärt Dave Siddiqui.

 

Dass es einen langen Atem und Ausdauer braucht, um den Betrieb auch während der Bauarbeiten am Laufen zu halten, verhehlt Dave Siddiqui nicht. Immerhin leben 52 Erwachsene dauerhaft im «Vivala», dazu kommen Kinder und Jugendliche, die zwischen drei und sieben Nächten im Schulinternat verbleiben. Zudem beschäftigt die Stiftung fast 300 Mitarbeitende. «Ins neue Schuljahr sind wir mit 49 neuen Mitarbeitenden gestartet», sagt Dave Siddiqui. Sowohl für die bereits realisierten, als auch für die kommenden Bauten verfügt das «Vivala» über ein modernes Energieversorgungskonzept. Neben Solaranlagen auf sämtlichen Gebäuden setzt die Bauherrin auf Anergie, ein System, dass das Grundwasser zum Heizen und Kühlen nutzt. «Die Anlage läuft zu unserer vollsten Zufriedenheit und senkt die Energiekosten», sagt Dave Siddiqui. 

Steinhaus ist beliebt

Auch neben der Bautätigkeit gibt es fortschrittliche Entwicklungen bei der «Vivala». Ende März eröffnete die Stiftung in Zusammenarbeit mit der Stiftung Hofacker im Steinhaus in Weinfelden einen Laden und Bistrolokal. «Die Arbeitsplätze dort sind beliebt und umkämpft», erklärt Dave Siddiqui lachend. Er spüre, dass der Betrieb von der Bevölkerung sehr geschätzt wird. Sich auf den Lorbeeren auszuruhen, sei aber keine Option. ««Wir prüfen und optimieren die Vivala Ausrichtung und Angebot fortlaufend», sagt Dave Siddiqui. 

Neue Homepage

Die Stiftung «Vivala» verfügt seit Kurzem über einen neuen Internetauftritt. Dieser wurde konzipiert für alle gängigen Geräte und bietet einen barrierefreien Zugang. Neu können Nutzer eine einfache Sprache wählen, oder sich den Inhalt vorlesen lassen.

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