Seit das Stadtparlament die Gemeindeversammlung ersetzt, vertrauen die Weinfelderinnen und Weinfelder darauf, dass ihre Anliegen von den gewählten Volksvertreterinnen und -vertretern aufgenommen und in ihrem Sinne behandelt und entschieden werden. Damit steigen auch die Erwartungen an Politik und Verwaltung. Die Stadt informiert heute vorwiegend digital nach aussen, auf der Webseite und in sozialen Medien. Für Analoge besteht immerhin noch der Schaukasten seitlich der Stadtverwaltung oder die gelegentliche Information durch Zeitungen. Seit einigen Jahren hat Weinfelden zudem einen Leiter Kommunikation, der zusätzlich zur kompetenten und gut funktionierenden Stadtkanzlei koordiniert und aktualisiert.
Bedarf direkter Kommunikation
Wenn Menschen den Hintergrund einer Entscheidung nicht kennen oder verstehen, gibt es schnell Missverständnisse. Dann werden – manchmal aufwändig vorbereitete – Vorhaben abgelehnt oder es kommt zum Widerstand. Die Bevölkerung will wissen und verstehen, wer entscheidet, weshalb so beschlossen wird und welche Auswirkungen dies für sie haben wird. Ausschliesslich geschriebene Informationen kommen bei einem Teil der Bevölkerung mutmasslich zu wenig an oder werden zu wenig verstanden. Bereits vor einigen Jahren haben einzelne Stadtparlamentarierinnen den Zusatzbedarf an mehr mündlichen Dialogen mit Einwohnenden erkannt. Das Format «Offenes Ohr» lud jeden Interessierten zum direkten Gespräch mit Stadtparlamentarierinnen und Stadtparlamentariern ein. Das damals bewusst niederschwellige Angebot zeigte, dass viele der Teilnehmerinnen und Teilnehmer bestehende Angebote der Stadt oder aktuelle politische Themen gar nicht kennen. Das Problem besteht weiterhin, das Format leider nicht.
Ja, gute Kommunikation kostet Zeit und Engagement, ist für ein kollektives Vorankommen auch unerlässlich, aber nicht einfach «Sache der Stadt». Den Einwohnerinnen und Einwohnern Weinfeldens, teilweise auch den Nichtstimmberechtigten, stehen für eine aktive Teilnahme am Geschehen viele Wege zur Verfügung. Diese sind in der öffentlich einsehbaren Gemeindeordnung beschrieben. Wer von Ihnen hat sie schon einmal gelesen? Wer kennt seine Volksrechte oder hat einen der darin beschriebenen Wege schon einmal genutzt?
Lösungen durch Dialog
Seit meiner Kandidatur für den Stadtrat haben sich zahlreiche Gespräche ergeben, Einladungen, Fragen und Anliegen. Man hat sich richtig verstanden! Verstanden heisst natürlich nicht immer einverstanden. Doch nur durch einen klaren Dialog finden wir gemeinsam akzeptable Lösungen. Es verliert nur, wer nicht redet oder nicht aufgeschlossen ist – auch unbequemen Themen gegenüber. Für die vielen interessanten Begegnungen danke ich allen herzlich. Ich hoffe, dass wir auch in Zukunft den Austausch weiterführen, denn eine lebendige Stadt braucht ein lebendiges Gespräch – damit Weinfelden nicht zu «Neinfelden» wird.
Mein «offenes Ohr» haben Sie!
Wer mich kontaktieren will, spricht mich einfach an oder schreibt mir an bea@marasco.ch


