Die Kantonale Offiziersgesellschaft Thurgau (KOG TG) wurde 21 Jahre vor der modernen Eidgenossenschaft gegründet. Der Einfluss Napoléons mit der Besetzung der Schweiz und der nachfolgenden Mediation bis 1813 waren auch im Zeitalter der Restauration spürbar.
Vor diesem Hintergrund ist der Auftritt Napoléons – gespielt vom Weinfelder Kabarettisten Thomas Götz – nicht verwunderlich. Der grössenwahnsinnige Geist aus der Geschichte wurde nicht müde, seine politischen, gesellschaftlichen und technischen Leistungen für die Schweiz hervorzuheben. Demgegenüber ging er gekonnt auf die aktuellen Herausforderungen im Rüstungssektor und die am Wochenende anstehenden Abstimmungen ein. Aus seinen Erfahrungen mit anderen Grossmächten könnten heute sowohl bezüglich den USA als auch Russland wichtige Lehren abgeleitet werden.
Salutschüsse und Fliegerstaffel
Die Ausführungen des zweitletzten Kaisers Frankreichs wurden durch den Ehrengeschützzug Frauenfeld standesgemäss abgeschlossen. Drei Salutschüsse aus einer Haubitze wurden durch die zeitgenössisch gekleideten Soldaten abgefeuert.Den Höhepunkt des Vorprogramms bildete eine rund 20-minütige Flugdarbietung. Das Subito-Team des Fliegermuseums Altenrhein bot mit seinen drei PC-7 eine eindrückliche Kunstflug-Vorführung.
Nach Beginn des offiziellen Teils der Generalversammlung, unter Leitung von KOG-Präsident Oberst Valentin Hasler, überbrachte die Vorsteherin des Departements für Justiz und Sicherheit des Kantons Thurgau, Regierungsrätin Ruth Faller-Graf, die Grussworte der Regierung. «Offizier ist mehr als ein Rang», begann sie ihre Ausführungen. Vielmehr übernähmen Frauen und Männer der Armee Verantwortung, trügen Entscheidungen und wüssten auch für deren Folgen einzustehen. Dies verlange innere Stärke, Integrität, Loyalität und die Bereitschaft, einer Sache zu dienen, die grösser sei als die eigene Person. Sie sei stolz, dass der Thurgau als Brücken- und Grenzkanton solche Menschen hervorbringe. Eine kurze Andacht, ein schmackhaftes Dinner und einer geselliger Schlummertrunk rundeten den Anlass ab.
Im Rahmen des Jubiläums sprach auch Bundesrat Martin Pfister auf dem Wolfsberg. Aus seiner Warte fehle in der Schweiz das Gefühl der Dringlichkeit. Sicherheit koste auch Geld. Augenscheinlich habe sich die Welt verändert, sie sei unkalkulierbarer, unsicherer geworden. Die Schweiz könne sich nicht mehr in der windstillen Ecke verbergen. Neutralität bedeute nicht Gleichgültigkeit gegenüber Ungerechtigkeit oder Völkerrechtsbrüchen.


