Die 84-jährige Ida lebt zusammen mit ihrem Mann im Eigenheim und erhält eine Diagnose für eine unheilbare Krankheit. Obwohl sie geistig noch aktiv ist, brauchen beide Hilfe von aussen. Diese Unterstützung erfordert auch Nachteinsätze und stellt hohe Anforderungen an die ehrenamtlich betreuende Person. Der 71-jährige pensionierte Automobil-Mechatroniker Hansruedi gehört zu den 80 Ehrenamtlichen im Kanton, welche solche Aufgaben übernehmen. Weder Ida noch Hansruedi sind ihre echten Namen. Was aber stimmt, ist die Situation.
«Wichtig ist es, dass wir uns in den sterbenden Menschen hineinfühlen, Geduld aufbringen und zusammen mit der örtlichen Spitex unsere Unterstützung anbieten», sagt Hansruedi. Er hat beim Schweizerischen Roten Kreuz Thurgau die Palliativecare-Ausbildung gemacht und erklärt: «Diese Ausbildung ist kein Muss für einen ehrenamtlich Helfenden.»
«Wichtig ist es, dass wir uns in den sterbenden Menschen hineinfühlen, Geduld aufbringen und zusammen mit der örtlichen Spitex unsere Unterstützung anbieten.»
Hansruedi, ehrenamtlicher Helfer
Angehörige entlasten
Hansruedi ist Mitglied des freiwilligen Helferstabes, welche einfühlsam die Betroffenen und deren Angehörigen begleiten, sie entlastet und Gesellschaft leistet. «Nach einem ersten Kontakt mit einem meistens völlig fremden Menschen informiere ich mich über den Zustand des Erkrankten und auch über die Medikation», sagt der 71-Jährige, der vorher vom Hospizdienst Thurgau in Weinfelden für seinen Einsatz angefragt wurde. Er ist auch bereit, zweimal wöchentlich einen Nachtdienst zu leisten, bei dem er die Möglichkeit hat, sich auszuruhen. Dabei verfügt er über die Notfallnummer der Angehörigen und weiss, dass er jederzeit die Nacht-Spitex aufbieten darf. «Oftmals zeigen die Menschen eine verständliche Angst vor dem Sterben und ich setze mich mit ihnen über ethische Grundsätze auseinander», sagt Hansruedi. Diese Gespräche sind vertraulich, doch empfiehlt er den Betroffenen, wichtige Fragen mit ihren Angehörigen zu besprechen.
Kostenloses Angebot
Das Angebot richtet sich an betroffene Menschen und ihre Angehörigen. Der Hospizdienst Thurgau arbeitet mit verschiedenen Institutionen zusammen, um die Lebensqualität zu verbessern. «Es handelt sich um ein kostenloses Angebot, denn es ist uns allen ein Anliegen, in einer herausfordernden Zeit finanzielle Belastungen zu minimieren und allen Menschen, die unsere Unterstützung benötigen, zur Seite zu stehen», unterstreicht der Helfer.


