Mit Schutzbrillen, Lochkameras und weiteren Hilfsmitteln ausgerüstet, machten sich am frühen Abend des 12. Augusts viele Menschen auf den Weg, um die partielle Sonnenfinsternis zu beobachten. Wer kein Hilfsmittel für den Blick zur Hand hatte, war an jenem Tag definitv zu spät dran, um noch eine Schutzbrille zu kaufen. In den Weinfelder Fachgeschäften waren sie längst ausverkauft, und doch klingelte bei der Villa Optik und der Neugart Optik im Minutentakt das Telefon.
Wer jedoch bereit war für den Blick zur Sonne, der erlebte ein einmaliges Spektakel. Besonders beliebt als Aussichtspunkt war die Anhöhe bei Ottoberg mit Blick ins Thurtal, wo die Sonne ihre Bahn zog. Der Mond schob sich von rechts immer weiter über die Sonne, bis er um kurz nach 20 Uhr die maximale Abdeckung von über 90 Prozent erreichte.
Kühe liegen ab, es wird dunkler und kühl. «Ahs» und «Ohs» allenthalben. Am Himmel zeigt sich ein bekanntes Bild, sieht fast aus wie der Neumond. Ausnahmweise ist es jedoch die Sonne, die sich den vielen Schaulustigen als schmale Sichel zeigt, bevor sie langsam wieder wächst um wiederum wenig später blutrot und noch immer leicht vom Mond verdeckt am Horizont unterzugehen. Die Wiesen und Strassen leeren sich wieder. Die Menschen gehen nach Hause, eine Erfahrung reicher.


