Wir leben in einer Welt voller Konflikte, zudem konfrontiert uns der Klimawandel mit enormer Hitze und Wassermangel. Doch unsere Wasserversorgung ist nicht mit einer nationalen Planung abgesichert – obschon wir seit dem Hitzesommer 2003 wissen, wie schnell Trinkwasser und Wasser für die Landwirtschaft fehlen kann.
Der Bund hat bis heute keinen Überblick, wie viel Wasser zu welchem Zweck verbraucht wird und wie viel uns zur Verfügung steht. Durch die Forderung der Initiative, sauberes Trinkwasser und die dafür nötigen Grundwasserressourcen sicherzustellen, bekommt die Schweiz erstmals eine nationale Planung und Strategie für die Wasserversorgung – auf die auch die Landwirtschaft sowie die ganze Wirtschaft angewiesen sind.
Verfassungsauftrag wird ignoriert
Auch unsere Landwirtschaft ist weder auf den Klimawandel vorbereitet noch darauf, die Bevölkerung in einer Krise, die zu Importausfällen führt, aus eigenem Boden ernähren zu können. Das ist ein Verfassungsauftrag. Dafür sind per Gesetz genügend Ackerflächen gesichert.
Die Initiative für eine sichere Ernährung verlangt, eine Selbstversorgung von 70 Prozent anzustreben. Dafür braucht es die Nutzung des Graslandes für die Milch- und Fleischproduktion und die Priorisierung der Acker-flächen für den Anbau von pflanzlichen Lebensmitteln statt wie heute Futtermais für Nutztiere. Dieser Futteranbau ist die Hauptursache, dass unsere Versorgung mit Lebensmitteln zu mehr als der Hälfte vom Ausland abhängig ist.
Keinen Vegan-Zwang, doch eine vermehrte Förderung der Produktion und des Konsums von pflanzlichen Lebensmitteln verlangt die Ini-tiative. Heute fördern 75 Prozent der Agrarsubventionen die Tierproduktion. Nur ein Drittel der pflanzlichen Nahrung, die wir essen, produzieren wir selbst. Gleichzeitig sichert die Initiative die Bodenfruchtbarkeit und die Biodiversität als Grundlagen der landwirtschaftlichen Produktion.


