Heinz (Christan Gysi) und Werni (Bruno Maurer) waren schon in der Steinzeit nicht um amüsante Wortgefechte verlegen.

Fleisch am Knochen mit Frohsinn Kultur

Seit 33 Jahren sorgt der Verein Frohsinn Kultur für geistreiche, amüsante und eindrückliche Abende in Weinfelden. Er bietet nebst regionalen auch national bekannten Künstlerinnen und Künstlern eine Bühne. Zuletzt vor zwei Wochen den Kabarettisten von «Paste del Amore» mit ihrem Programm «Sink Positiv».
Mario Testa

«Ich kenne die Beiden von ihren Gags im Fernsehen», sagt Sitznachbarin Ruth Thalmann, kurz bevor Heinz und Werni auf der Bühne des Theaterhaus Thurgau loslegen. «Wenn die zwei schon mal nach Weinfelden kommen, lasse ich mir das natürlich nicht entgehen.» Wenig später lacht Thalmann zusammen mit den gut 60 weiteren Personen im Saal Tränen ab den Gags und Wortspielen der beiden Kabarettisten auf der Bühne. Zwei Stunden später bilanziert Ruth Thalmann: «Es hat sich so gelohnt, einfach köstlich!»

Organisiert hat den Auftritt der beiden Aargauer der Verein Frohsinn Kultur. Er sorgt seit dem Jahr 1993 dafür, dass regionale und nationale Künstlerinnen und Künstler nach Weinfelden kommen. Dominik Anliker von Frohsinn Kultur begrüsst das Publikum vor der Show. «Schön seit ihr hier, ihr spielt heute eine wichtige Rolle; die des Publikums. Ohne euch wäre das heute nur eine Probe. Liebe Weinfelder, Puppiker, Affeltranger und Märwiler, geniesst das Stadtleben!» Dann gibt er die Bühne frei für das Duo «Pasta del Amore».

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«Schön seit ihr hier, ihr spielt heute eine wichtige Rolle; die des Publikums. Ohne euch wäre das heute nur eine Probe. Liebe Weinfelder, Puppiker, Affeltranger und Märwiler, geniesst das Stadtleben!»

Sechs Mal pro Saison veranstaltet Frohsinn Kultur eine Show im Theaterhaus, weitere Aufführungen finden im Goldenen Dachs in Weinfelden statt. «Es gibt Shows, die gehören einfach ins Theaterhaus mit der grossen Bühne und der guten Technik. Es ist eine Blackbox, die man komplett dunkel machen kann. Diese Grösse von Theater findet man überall in der Schweiz irgendwo, eine wunderbare Kleinkunstbühne», sagt er. Dass die Stühle im Theaterhaus an diesem Abend nur zu zwei Dritteln gefüllt sind, enttäuscht Anliker. Ein ähnliches Bild zeigte sich auch schon eine Woche zuvor als «Ohne Rolf» auftrat. Woran es liegt, dass auch bekannte Schweizer Produktionen kein volles Haus in Weinfelden garantieren, kann er nicht sagen. 

Heinz und Werni ziehen Bilanz

Nachdem sie als Jäger und Sammler aus der Urzeit über Stamm und Ästli sinniert, als Bühnenpersonal René und Mathieux die Demokratie erklärt oder als Heinz und Werni Kunst analysiert haben, stossen Christian Gysi und Bruno Maurer im Theaterhaus-Foyer auf eine gelungene Show an. «Es ist ein hübscher Ort zum spielen. Ich mag es, wenn das Publikum auf uns runter schauen kann, es erkennt die Mimik so besser», sagt Gysi. Dass die meistens Sie vor allem als ihre aktuellen Figuren Heinz und Werni kennen und nicht schon für ihre fast zwei Jahrzehnte «Pasta del Amore» stört Bruno Maurer nicht. «Uns ist das sehr dienlich. Wir konnten mit den Beiden unsere Bekanntheit deutlich steigern.»

In ihrem Programm Sink Positiv – «Wenn wir schon untergehen, dann mit Stil.» – beschäftigt sich Pasta del Amore mit der Flut und Übermacht an Infos, Meinungen und Fehlinformationen. «Schön, wenn wir die Menschen damit zum denken anregen können.»

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