In den Grünabfällen landet immer wieder auch Müll. Das ist für die Kompostieranlagen ein grosses Problem, da Abfall die Komposterde verunreinigt und nur mühsam aussortiert werden kann. «Wenn diese Erde wieder in die Landwirtschaft geht, landet Plastik auf dem Acker und schlussendlich sogar auf unseren Tellern», sagt Melanie Huber. «Dazu kommt: je städtischer die Gegend, desto grösser das Problem.» Die Huber Umweltlogistik AG, die Grüngutsammlungen für Gemeinden anbietet, sah sich deshalb in der Pflicht, einen Beitrag zur Verbesserung der Situation zu leisten. Die Lösung ist blau, neun Meter lang und 15 Tonnen schwer: es ist ein neues Grüngut-Entsorgungsfahrzeug, ausgestattet mit modernster Technik.
Im Ladebereich wird jede Containerladung gescannt. Ein Rechner analysiert den Scan mithilfe von KI und stellt Verunreinigungen fest. «Wenn es welche hat, wird ein Bild gespeichert mit Zeit- und Ortsangabe. Diese Daten erhalten Stadt und Gemeinden, welche später die Verursacher ermitteln können», erklärt Melanie Huber. «Im Moment gibt es in der Schweiz noch kein Fahrzeug im Regelbetrieb mit einem solchen System. Wir werden die ersten in der Ostschweiz sein.» Auch jetzt schon machten die Mitarbeiter jeweils Meldung, wenn sie verunreinigtes Material auf ihren Touren feststellen. «Aber der Scanner sieht mehr und arbeitet vollautomatisiert. Das entlastet das Beladepersonal.»
E-Lastwagen mit Waschanlage
Die Scanfunktion ist nur eine technische Finesse des neuen Lastwagens. Der E-LKW mit besonders tiefem Einstieg hat auch eine integrierte Waage, welche es erlaubt, verursachergerecht abzurechnen. Zudem ist eine Waschanlage für Grüngut- und Abfallcontainer an Bord. «Wenn man seinen Container also reinigen lassen möchte, muss man sich nicht extra darum kümmern, dass er leer ist. Das können wir im gleichen Zug direkt nach der Leerung erledigen», sagt Adrian Schmalz, Co-Betriebsleiter der Huber Umweltlogistik AG. «Wir schaffen dieses Angebot nach einer ersten Testphase für alle Gemeinden, in denen wir auf Tour sind.»
Mit dem neuen Lastwagen steht nun das zweite Elektro-Fahrzeug im Dienst der Huber Umweltlogistik AG. Nächstes Jahr kommen fünf weitere hinzu. «Wir stellen die Kommunal-Abfuhr komplett auf Elektro um. Das wird dann etwa ein Drittel der Flotte in Weinfelden sein», sagt Adrian Schmalz. Den Wechsel auf Strom strebe die Firma überall dort an, wo es technisch und praktisch möglich ist. «Bei Spezialfahrzeugen wie unseren ist die Entwicklung aber in vielen Fällen noch nicht weit genug.»
Mit dem Lastwagen an der WEGA
Die Huber Umweltlogistik AG präsentiert ihren neusten Lastwagen am WEGA-Umzug. Zudem ist die Firma mit ihrem grossen Stand in der Gwerbler-Halle 11 präsent.


