«Wer lesen, schreiben, rechnen kann, der kann schon allerhand. Doch kommt’s im Leben dann und wann auch noch auf ganz was anderes an, wie allgemein bekannt.» So singt es der Berliner Liedermacher und Theologe Christian Rau. Und tatsächlich: Kinder und Jugendliche lernen in der Schule unendlich viel. Sie erwerben Wissen, üben Fertigkeiten und bereiten sich auf ihre Zukunft vor. Doch das Leben stellt Fragen, die sich weder berechnen noch auswendig lernen lassen.
Braucht es da wirklich noch Religionsunterricht? Schliesslich sind die Stundenpläne heute gut gefüllt. Jede Lektion scheint ihren festen Zweck zu haben. Da könnte man meinen, auf dieses Fach liesse sich doch auch verzichten. Gerade nicht.
Denn der Religionsunterricht ist einer der wenigen Orte in der Schule, an dem nicht sofort die richtige Antwort gesucht wird. Hier dürfen Fragen stehen bleiben. Was gibt mir Halt? Warum gibt es Ungerechtigkeit? Was macht einen Menschen mutig? Wie gehe ich mit Streit, Verlust oder Enttäuschung um? Solche Fragen begleiten Kinder – manchmal früher, als Erwachsene ahnen.
Dabei geht es nicht darum, fertige Antworten zu liefern. Es geht darum, gemeinsam nachzudenken, zuzuhören und andere Sichtweisen auszuhalten. In einer Zeit, in der Meinungen oft in wenigen Sekunden gefällt und ebenso schnell ins Netz geschrieben werden, ist das fast schon eine kleine Kulturtechnik. Religionsunterricht vermittelt deshalb weit mehr als biblische Geschichten. Er fördert Mitgefühl, Respekt und den Mut, sich mit den grossen Fragen des Lebens auseinanderzusetzen. Fähigkeiten, die nicht nur in der Schule nützlich sind, sondern auch im Alltag, in Familien, Vereinen und unserer Gesellschaft. Natürlich braucht es Lesen, Schreiben und Rechnen. Ohne sie geht es nicht. Aber manchmal braucht es eben auch einen Moment, um über das Leben nachzudenken. Und dafür darf im Stundenplan ruhig Platz sein.
Denn Hand aufs Herz: wie man eine Sinuskurve zeichnet, kann man zur Not nachschlagen. Aber was uns weiter hilft auf dem Weg zu einer friedvollen Gesellschaft, eher nicht.
12. September: Sternmarsch und Pastoralraumgottesdienst
Es ist eine schöne Tradition: Menschen aus allen Winkeln des Pastoralraumes machen sich zu Fuss, per Velo oder mit dem Auto auf den Weg zur Kirche in Wertbühl. Ganz egal, wie man hinkommt: Der gemeinsame Gottesdienst beginnt um 17 Uhr. In Weinfelden startet die Fussgängergruppe um 15.15 Uhr beim Pfarreizentrum. Die Velogruppe startet um 16 Uhr. Ich freue mich auf euch.
Armin Ruf, Gemeindeleiter
19. und 20. September: Ökum. Gottesdienste zum Bettag
Gemeinsam mit der evangelischen Kirche feiern wir den Bettag. Am Samstag um 10 Uhr im Alterszentrum in Weinfelden. Am Sonntag um 10 Uhr in der kath. Kirche Weinfelden. Der Dank-, Buss-, und Bettag ist ein wichtiger Tag, der Religion mit dem demokratisch-gesellschaftlichen Leben verbindet. Und er erinnert daran: Unser Leben in Freiheit und Würde ist kein Selbstläufer.
Armin Ruf, Gemeindeleiter


