«Ich möchte über uns sprechen, die Menschen, die das Gewerbe ausmachen. Über die, die morgens die Werkstatt öffnen, die Lieferwagen starten, Offerten schreiben, Lernende begleiten und für Teams Verantwortung tragen», sagt Diana Gutjahr in ihren erstmaligen Begrüssungsworten als Präsidentin des Thurgauer Gewerbeverbands. Aus dem Engagement der Gwerbler schöpfe der Thurgau seine Stärke. «Genau deshalb lohnt sich unser Einsatz als Verband. Tag für Tag.»
Das vergangene Jahr bezeichnet die Thurgauer Gewerbepräsidentin als intensiv, politisch anspruchsvoll, wirtschaftlich herausfordernd und organisatorisch dicht. Der TGV habe gezeigt, wofür er stehe: für Verlässlichkeit, Haltung und Zusammenhalt. «Unsere Positionen wurden gehört, unsere Anliegen ernst genommen. Das ist Ihr Verdienst, unser gemeinsamer Auftritt wirkt.»
Hürden abbauen für KMU
Mit Blick auf die aktuellen Debatten um die Finanzierung der 13. AHV sagt Diana Gutjahr: «Wir kämpfen dagegen an, dass dies über eine dauerhafte Erhöhungen der Lohnnebenkosten geschieht.» Auch gegen steigende Kosten für Kitas, Betreuungs- und Kinderzulagen spricht sich die TGV-Präsidentin aus. «Familien fördern – ja. Aber so, dass Betriebe weiterhin investieren, ausbilden und faire Löhne zahlen können.» Für die Arbeit des TGVs gelte ganz generell, den vielen KMU das Wirtschaften möglichst einfach zu machen, trotz aller organisatorischen und finanziellen Herausforderungen: «Wir bleiben präsent, sichtbar und verlässlich. In Vernehmlassungen, Gremien und Gesprächen – überall, dort, wo Weichen gestellt werden. Wenn wir zusammenstehen, uns gegenseitig stärken und unsere Anliegen klar und fair vertreten, dann bewegen wir etwas.»
«Familien fördern – ja. Aber so, dass Betriebe weiterhin investieren, ausbilden und faire Löhne zahlen können.»
Diana Gutjahr
120 digitalisierte Dienstleistungen
Regierungsrat Walter Schönholzer nimmt in seinem Grusswort Bezug auf die geforderte Digitalisierung beim Kanton. «Sie dürfen stolz sein. Wir sind schweizweit vorne mit dabei. Wir haben 120 Dienstleistungen digitalisiert, immer mit dem Fokus auf den Bürgern und damit auch bei Ihnen als Gewerbler.» Mit Blick auf anstehende Abstimmungen mahnt der Regierungsrat, stabile und verlässliche Verträge mit den direkten Nachbarn und wertvollsten Handelspartnern nicht aufs Spiel zu setzen. Zum Schluss bedankt sich Walter Schönholzer für das grosse Engagement seitens des Thurgauer Gewerbes für den Berufsbildungscampus Ostschweiz in Sulgen. «Wir stärken damit die Position des Thurgaus als der führende Ostschweizer Berufsbildungskanton ganz entscheidend. Der Thurgau braucht sein Gewerbe, er braucht Ihren Mut, Ihre Ausdauer und Ihre Leidenschaft.»
Die regulären Geschäfte erledigt die Delegiertenversammlung diskussionslos und zügig. Aus dem Vorstand verabschiedet werden Martina Pfiffner Müller nach fünf Jahren und Rico Kaufmann nach 16 Jahren Vorstandstätigkeit. Ihn ernennt Diana Gutjahr zum Ehrenmitglied.
Abgerundet wird die Versammlung von einem schaurig-schönen Märchen von Dominic Deville. «Nöd grad d Mona Vetsch, aber au nöd de Reto Scherrer – ihr müend mit mir Vorlieb neh», sagt der Satiriker, und ehemalige SRF-Entertainer.
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